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Beteiligungshaushalt = Online Diskussion


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anare
Beteiligungshaushalt = Online Diskussion
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Was hier in Freiburg Beteiligungshaushalt genannt wird, hat nur sehr rudimentär mit Beteiligung zu tun. Was hier abläuft, ist eine Online-Diskussion, wo sich interessierte BürgerInnen einbringen können, aber eben NUR online bzw. per Internet. Wer das nicht hat (oder kann), ist auf die - inzwischen zum Glück zahlreichen - Stellen angewiesen, wo ein PC öffentlich zugänglich ist: http://beteiligungshaushalt-freiburg.de/drupal/index.php?q=kein-Internet...

Nicht Internet-affine Gruppen (ja, die gibt es!) sind somit nicht mit dem Geschehen befasst. Daher sind Diskussionsveranstaltungen notwendig, und zwar nicht erst, nachdem die Vorlage durch die Verwaltung veröffentlich wurde, sondern bereits schon im Vorfeld, ca. ein bis ein halbes Jahr vorher, damit die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger bereits in die Verwaltungsvorlage einfließen können.

Die lebendige Diskussion, der Austausch der Bürgerinnen und Bürger miteinander über die verschiedenen Posten, über die verschiedenen Möglichkeiten, die so ein Haushaltsentwurf bietet, machen erst einen Beteiligungshaushalt aus.

In der aktuellen Version der Online-Haushaltsdiskussion wird den GRs wöchentlich eine Liste der Internet-Forum-Themen vorgelegt, doch ob und was die GRs daraus machen, wie erfahren wir das? Wie erfahren wir, warum was nicht aufgenommen wurde oder eben auch warum was aufgenommen wurde?

Auch ist mir aufgefallen, dass die Kosten für den kommenden Beteiligungshaushalt - in welcher Form auch immer - im aktuellen Haushalsentwurf fehlen. Wahrscheinlich soll auch diese rudimentäre Form abgeschafft werden.

Thema ist in die Beratungen zum Haushalt eingeflossen

Fortgang

Haushaltsanträge der Gemeinderatsfraktionen

Zu diesem Thema haben Fraktionen des Gemeinderates einen Änderungsantrag zum Haushaltsentwurf der Verwaltung gestellt:

Antrag Unabhängige Listen: OZ 118
Antrag Grüne Alternative Freiburg: OZ 295

Beschluss

Die Anträge der Unabhängigen Listen und der Grünen Alternative Freiburg wurden in 2. und 3. Lesung mehrheitlich abgelehnt

jonny
Beteiligungshaushalt = Online Diskussion

Hallo anare, der Haushaltsplan ist in der Tat ein schwer zu lesendes Werk. Mittel für kommende Beteiligungshaushalte finden sich nämlich im Verwaltungshaushalt, Dez. III, Büro Kirchbach, Seite 269. 33000 Euro sind dort in der Gruppe 66 zu finden (s. Erläuterungen).

Sicherlich ist es richtig, dass ein lebendiger Austausch in der Bürgerschaft stattfinden sollte. Aber auch damit wird man keinen repräsentativen Querschnitt aller Freibuerinnen und Freiburger erreichen, sowenig das auch im Online-Verfahren gelingt. Dafür ist das Ganze nun mal zu unsexy und Haushaltsplanlesen bleibt harte Kost. Es werden sich wohl immer nur einige finden, die hierzu bereit sind. Und: beim ersten Beteilungshaushalt gab es schon mal eine Stadtkonferrenz, die aber auch keine sehr große Resonanz dafür aber extrem hohe Kosten brachte (ca 1000 Euro je Teilnehmer).

Wir sollten das Beteiligungsverfahren als ersten Schritt eines vielleicht langen Weges betrachten in dessen Verlauf die alleinige Hoheit des Gemeinderats durch Beobachtung, Diskussion und Vorschläge aus der Öffentlichkeit ergänzt wird. Ich bin mir sicher: über eine qualitätsvolle Beteiligung wird der Gemeinderat nicht hinweg sehen können.

Moderation
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Danke @jonny

Da war jemand schneller... vielen Dank

chris
Beteiligungshaushalt = Online Diskussion

In Freiburg gibt es mehr Gruppen als Verstand. Das spiegelt sich auch in den
vielen Gemeinderatsgruppierungen wieder. Hin und wieder bekommt man aber den starken Eindruck diese unübersichtliche Gemengenlage ist durchaus gewollt und fördert damit die Durchsetzungfähigkeit einzelner Interessen.
Wir diskutieren hier für Andere, nicht für uns;)

anare
Danke jonny, das habe ich

Danke jonny, das habe ich überlesen. 23.000/10.000 sind ja auch eine Menge Geld für so einen Prozeß ;-)
Zahlen sind nicht jedermanns Sache, doch wenn diese gut und übersichtlich aufbereitet sein könnten, würden vielleicht doch mehr mitdiskutieren wollen? Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass Eintrittspreise für Schwimmbad, Theater, Museen mal so aufgeschlüsselt sein könnten, dass man dahinter die Umlagen erkennt.
In der zukünftigen Doppik soll das ja möglich sein. Wenn, dann könnte man vielleicht noch mehr Menschen dafür interessieren. Denn diskussionfreudig sind die Menschen, wenn ich nur an die Diskussionen zum SC-Stadion denke.
Beim letzten Online-Forum gab es eine Auswertung, wer sich hier beteiligt hatte (Moderation hier bitte korrigieren und ergänzen): soweit ich mich erinnere, war es in der Hauptsache Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Also eine Internet-affine Gruppe, Ältere, Frauen waren nicht so stark vertreten. Also Gruppen, die wohl eher mit dem Gegenüber reden, als anonym im Netz. Nicht nur deshalb bin ich für lebendige Diskussionen in Sachen Haushalt.

Moderation
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Weitere Informationen zum Beteiligungshaushalt

Zur Info: außer den Sachkosten ist im Haushaltsentwurf noch die Zeitvertragsstelle bei den Personalkosten mit einberechnet, so dass sich keine Änderungen im Budget im Vergleich zu 2011/2012 ergeben.

Zum Verfahren 2011/2012 gibt der veröffentlichte Abschlussbericht Auskunft:
"Von den 1.504 registrierten NutzerInnen gaben 493 (33 Prozent) an, weiblich zu sein, 685 (46 Prozent) bezeichneten sich als männlich. 326 (22 Prozent) machten zu ihrem Geschlecht keine Angabe" (Seite 21).

"Im Vergleich der schriftlichen Umfrage und der Online-Beteiligung zeigen sich Unterschiede in der Altersstruktur und dem Geschlecht der Teilnehmenden. So beteiligten sich an der schriftlichen Umfrage mehr Frauen als Männer – online ist dies genau andersherum." (Seite 25)

Weiter zur Altersverteilung im Vergleich mit dem Baustein Bürgerumfrage:
"Die jüngeren Altersgruppen bis 30 Jahre sind sowohl bei der schriftlichen Befragung als auch online leicht unterrepräsentiert, stark vertreten sind die 30 bis 45-Jährigen und die 45 bis 60-Jährigen. Unterschiedlich ist die Form der Beteiligung auch ab über 60: In diesen Altersgruppen nimmt die Online-Beteiligung stark ab, während die Teilnahme an der schriftlichen Befragung
im Verhältnis zum Anteil an der Gesamtbevölkerung hoch bleibt."

tom
Nutzer der Haushaltsdebatten

Es ist richtig, das Onlineforen bestimmte Gruppen ausschließen, sei es aus technischen Gründen, oder der Affinität. Zum Glück hat die Stadt dazu gleich eine Lösung angeboten (aus technischer Sicht).
Ich bin froh das es gerade ein Onlinemedium gibt was so leicht zu bedienen ist, weil vor allem jetzt der Generation Internet keine Hürden mehr gesetzt werden sich zu beteiligen, wo in anderen Beteiligungsprozessen nicht Rücksicht genommen, oder Methoden nicht umgesetzt werden.

Zudem wenn man sich die Anzahl der Registrierungen anschaut gibt es da noch ziemlich viele Bürger die nicht vertreten sind und wenn man sich die Gemeinderäte so anhört, denke ich das viele persönliche Gespräche geführt werden - den die Verwaltung macht ja auch nicht alleine den Haushalt.

Der Beteiligungshaushalt muss noch ein bisschen wachsen, das Format ist schon ordentlich.

anare
Klar, dass der

Klar, dass der Beteiligungshaushalt in Freiburg noch wachsen muß, um ein 'richtiger' BHH zu werden.
Um das vielzitierte Beispiel von Porto Alegre nochmals zu bemühen: die (damals) 1,5 Millionen Stadt begann mit 758 TeilnehmerInnen. Nach etwa 10 Durchläufen betrug die Teilnehmerzahl schon um die 100.000. Heute allerdings - und das ist der politische Wille der Verwaltung dort - steht der BHH vor dem Aus. Die Bevölkerung wurde mit eingebunden in die Prozesse und setzen sich immer noch sehr für ihre Quartiere ein; eine Idenfikation wie auch eine Bewußtseinsbildung fand statt.
Es muß also gewollt werden, mehr als nur die Generation Internet in den Prozeß miteinzubinden.

S.H.
Beibehalten, aber mit Kosten im Blick

Ich denke, das ganze Verfahren muss noch mehr von der allen verinnerlicht werden. Sowohl die Bürgerschaft muss lernen sich einzubringen und dann außer Eigeninteressen auch den Horizont über die eigenen vier Wände erweitern. Notwendig sind dann aber tatsächlich auch "Erfolge", also zumindest eine Rückmeldung der Gemeinderäte oder der Stadt, was mit den Vorschlägen passiert ist. Auf der anderen Seite muss auch der Gemeinderat lernen, mit den Vorschlägen hier umzugehen. Zum Beispiel: Wenn 5 oder 50 Menschen sich für ein Thema hier aussprechen, ist deshalb eine Umsetzung des Vorschlags noch nicht zwingend sinnvoll für die Stadt - diese Abwägung ist Pflicht des Gemeinderats (wie bisher auch), aber vielleicht wird alles über ein solches Verfahren transparenter und für alle nachvollziehbarer. Eine Ausweitung des Verfahrens sehe ich daher momentan nicht, ich sehe das als kleinen Schritt, der nach und nach sicher ausgeweitet werden kann. Aber bei der ganzen Beteiligung müssen sich die Kosten im Rahmen halten. Wenn ich lese das meine Heimatstadt Frankfurt gerade wohl für über eine Million Euro ein (sehr änliches) Verfahren durchführt, muss ich sagen, das wäre mir für diese Art der Beteiligung zu teuer. Das würde ich das Geld lieber in der Schulsanierung stecken oder in soziale Einrichtungen.